Ein eigenes Internetradio starten: so gehst du vor
Ein eigener Radiosender im Internet ist heute leichter umzusetzen denn je. Du brauchst keinen Sendemast und keine UKW-Frequenz: ein Computer, gute Musik und ein Streamserver reichen, um weltweit gehört zu werden. In diesem Artikel gehen wir die Schritte durch.
1. Lege dein Format fest
Beginne mit der Frage, für wen du sendest. Ein Sender mit klarem Profil, etwa Schlager, 80er, Dance oder Nachrichten aus deiner Region, ist leichter zu finden und hält Hörer länger als ein Sender, der von allem ein bisschen spielt. Schreib in einem Satz auf, was deinen Sender besonders macht; diesen Satz verwendest du später überall.
2. Wähle einen Streamserver
Dein Audiosignal muss irgendwohin geschickt werden, damit Hörer es abspielen können. Dafür gibt es Streamserver. Die bekanntesten sind Icecast (kostenlos und Open Source) und Shoutcast. Du kannst einen Server selbst betreiben, die meisten neuen Sender mieten aber ein Streampaket bei einem Hoster. Achte bei der Wahl darauf, wie viele gleichzeitige Hörer erlaubt sind und ob Statistiken dabei sind.
Tipp: Starte mit 128 kbps MP3 oder 64 kbps AAC. Das klingt auf Handy und Laptop gut und verbraucht wenig Datenvolumen, auch für Hörer unterwegs.
3. Software zum Senden
Auf deinem Computer brauchst du ein Programm, das Musik und Mikrofon mischt und an den Server schickt. Beliebt sind BUTT (einfach und kostenlos), Mixxx (kostenlose DJ-Software mit Sendefunktion) und umfangreiche Automationsprogramme, die nachts selbstständig eine Playlist abspielen. Für einen Sender, der rund um die Uhr läuft, ist eine Automation fast unverzichtbar.
4. Kläre die Musikrechte
Spielst du Musik anderer Künstler, brauchst du die Erlaubnis der Verwertungsgesellschaften, die Urheber und ausübende Künstler vertreten. In Deutschland sind das die GEMA und die GVL, in den Niederlanden Buma/Stemra und Sena. Für Webradio gibt es eigene Lizenzen, deren Preis unter anderem von der Hörerzahl abhängt. Kläre das vor deiner ersten Sendung, dann gibt es später keine bösen Überraschungen.
5. Erstelle ein festes Programm
Hörer kommen für feste Zeiten zurück: die Morgenshow, die Wunschsendung am Freitagabend, die Charts am Samstag. Ein sichtbares Programm mit DJ-Namen und Uhrzeiten gibt deinem Sender ein Gesicht. Stell es auf deine Website und zeig, wer gerade live ist.
6. Sorge dafür, dass Hörer dich finden
- Melde deinen Sender an bei Radioverzeichnissen und Übersichtsseiten, damit Leute auf der Suche nach neuen Sendern auf dich stoßen.
- Gib Hörern eine Rolle mit Musikwünschen, einem Gästebuch und Abstimmungen. Wer mitmacht, kommt wieder.
- Mach das Zuhören einfach mit einem Player auf deiner Website und einer App, die man aufs Handy legen kann.
- Teile Live-Momente in sozialen Medien: ein kurzes Video aus dem Studio wirkt besser als nur ein Link.
7. Miss, was funktioniert
Behalte im Blick, wie viele Hörer du pro Stunde hast, wie lange sie bleiben und welche Sendungen gut ankommen. So siehst du, zu welchen Zeiten deine besten DJs die meisten Menschen erreichen und welche Stunden noch leer wirken. Kleine Änderungen am Programm können viel bewirken.
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